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Protokolle des Preußischen
Staatsministeriums Acta Borussica

Rezensionen - abgeschlossen

Rezensenten-Meinungen (Kernsätze) zu den Regesten-Bänden (1–12)

  

Rene Schiller (TU Berlin), in: Internetliste H-Soz-u-Kult vom 2.7.2000
Neben dem feinmaschigen Sachregister und dem Ortsregister ist besonders auf das Personenregister hinzuweisen. (...) Die Publikation (...) wird der Erforschung der Geschichte Preußens, des Deutschen Reiches und der Weimarer Republik starken Auftrieb geben. (...) Die Verbindung von Mikrofichepublikation, Regesten und tiefgestaffelten Registern stellt eine zeitgemäße Editionsform dar.

 

Andreas Biefang (Parlamentarismus-Kommission Bonn), in: Historische Zeitschrift 272 (2001), S. 215–217
Der Wert einer Regesten-Edition hängt in besonderem Maße von den konzeptionellen Entscheidungen und der Sorgfalt der Bearbeiter ab. In dieser Hinsicht lassen die vorliegenden Bände nichts zu wünschen übrig. (...) Im Personenregister werden die Lebensdaten sowie die wichtigsten politischen Karrierestationen der erwähnten Personen aufgeführt, was insbesondere für die viel zu wenig erforschte preußische Ministerialbürokratie von hohem Nutzen ist. Allein ihre Ermittlung hätte ein eigenes Forschungsprojekt gerechtfertigt. Der Forschung ist nunmehr ein Arbeitsinstrument an die Hand gegeben, das den Quellenbestand der Ministerialprotokolle in vorbildlicher Weise erschließt. Die Edition wird weitere Arbeiten zur preußisch-deutschen Geschichte nicht nur anregen, sondern auch wesentlich erleichtern.

 

Paul Marcus (GStAPK Berlin), in: Der Archivar 54 (2001), S. 249 f.
[Die Bände spiegeln] die akribische Recherchetätigkeit der Bearbeitung [wider]. (...) [Man findet in dieser] Quellengattung ‘authentisch’ Auskunft über grundsätzliche Positionen im Entscheidungsfindungsprozeß. Sie eröffnen der Forschung ein immenses Betätigungsfeld, und wir dürfen gespannt sein auf die übrigen chronologischen Regesten-Bände.

 

Manfred Jehle (BBAW), in: Internetliste H-Soz-u-Kult vom 29.5.2001
Es darf ohne weiteres festgestellt werden, daß das durchdachte Konzept dieses Projekts, die Verbindung des kursorischen Überblicks der Regesten und der (...) in die Tiefe gehenden Erschließung der Quellen in den Registern, den außerordentlich bedeutenden Quellenbestand des Staatsministeriums überhaupt erst der Forschung zur Verfügung stellt.

 

Walter Schmidt (Berlin), in: Forum Vormärz Forschung 7 (2001), S. 344–347
Der deutsche Vormärz (...) ist (...) um eine gewichtige Quellenedition reicher geworden. Sie unterbreitet neues Material aus einer zentralen Sphäre geschichtlichen Handelns. (...) Die Entwicklung der Verfassungsdiskussion erscheint dank der nun erschlossenen Protokolle der gemeinsamen Sitzungen von Staatsministerium und ständischer Immediatkommission in neuem Licht. (...) Besten Editionsprinzipien entsprechen die (...) Register. (...) Lobenswert ist last not least das Personenregister. (...) Dahinter steht eine enorme wissenschaftliche Sucharbeit.

 

Ilona Buchsteiner (Universität Rostock), in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 88 (2001), S. 509 f.
Damit eröffnen diese im Gegensatz zum Forschungsstand stehenden Befunde neue Ansätze für weiterführende Analysen. (...) Die drei Bände [3, 7, 10] demonstrieren sehr deutlich den hohen Nutzen den diese Grundlagenforschung für weiterführende Arbeiten zur deutschen und preußischen Geschichte bringen wird.

 

Gerd Fesser (Jena), in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (2001), S. 854 f.
Auch bieten die Personenregister für die meisten der erwähnten Ministerialbeamten erstmals Lebensläufe. (...) Vor allem aber haben die Regesten und ihr Anmerkungsapparat eine herausragende Bedeutung für die Forschung und als spezifisches Findmittel. (...) Für die Erforschung der inneren Geschichte Preußens und ganz Deutschlands zwischen 1817 und 1934/38 wird das Regestenwerk fortan unentbehrlich sein.

 

David Barclay (Kalamazoo College/USA), in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 47 (2001), S. 338–341
[Ein] Projekt (....), das in seinen Ergebnissen wohl wichtiger und von dauerhafterer Bedeutung sein wird als fast alles andere, was zur Geschichte Preußens in den letzten Jahren unternommen worden ist. (...) Die bisher erschienenen fünf Bände stellen deshalb einen besonders grandiosen und äußerst geglückten wissenschaftlichen Erfolg dar. (...) Die Bearbeiter/innen haben sich offenbar mit großer Mühe der Aufgabe gewidmet, Register zu erstellen, die weit über das Übliche hinausgehen und (...) eine erhebliche Hilfsquelle bilden. (...) Gerade wegen dieser Details ist das Personenregister mit Abstand das beste dieser Art, das je in einem deutschen Nachschlagewerk erschienen ist. (...) Alle, die sich mit der neueren Geschichte des preußischen Staates und Staatswesens beschäftigen, sind den Herausgebern und den Bearbeiter/innen dieser Regestenbände sehr zu Dank verpflichtet. Sie stellen einen ganz wesentlichen Beitrag zur Erforschung dieser Geschichte dar.

 

Werner Schubert (Universität Kiel), in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung, Bd. 118 (2001), S. 720–723
In den beiden ersten Regestenbänden haben die Bearbeiter Spenkuch und Zilch ein Optimum dessen erreicht, was im vorgegebenen Rahmen möglich war. Der Verzicht auf die volle Wiedergabe der Protokolle läßt sich damit rechtfertigen, daß nach Abschluß der chronologisch gegliederten Stammedition sachthematische Bände zu exemplarischen Themen erscheinen sollen. (...) Insgesamt sollte für die Regestenbände überlegt werden, ob sich die sehr umfangreichen Register nicht zugunsten eines etwas breiteren Regestenteils straffen lassen. (...) Schon jetzt läßt sich feststellen, daß mit den außerordentlich sorgfältig und penibel erarbeiteten zwei Bänden ein Quellenwerk vorliegt, das auch für den Rechtshistoriker unersetzlich sein dürfte.

 

Hans-Christof Kraus, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19.2.2002
Die kleine Arbeitsgruppe von nur sieben hauptamtlichen Mitarbeitern hat eine erstaunliche Leistung vollbracht: zuerst das Aufspüren und Sichten eines keineswegs regelmäßig überlieferten Quellenbestandes, dann die wissenschaftliche Aufbereitung und Zusammenfassung, die eingehende, aber auch nicht ausufernde Kommentierung, die Erstellung der einleuchtend gegliederten Register und schließlich der Erhellung des Materials durch aufbereitende Einleitungen. (...) Der Verwaltungs- und Verfassungsgeschichte im engeren Sinne ist hiermit eine Stammquelle erschlossen worden, die zur intensiven weiteren Auswertung – auch und gerade im Hinblick auf zentrale Kernprobleme der neueren deutschen Geschichte – anregen wird.

 

Anthony Nicholls (Oxford/GB), in: English Historical Review (April 2002), S. 416–419
An important series of research aids. (...) It is clear that the documents to which scholars will be directed by the volume [3] will throw a lot of light on the history of the Prussian Vormärz. (...) A feature of this volume [7] is the extensive index of persons (...) which contains useful brief biographies of individuals referred to in the protocols (...). The antiliberal ‘Puttkamer Purge’ may not be quite as mythical as some historians have assumed. (...) As with the other volumes in the series, this book [10] draws our attention to sources of great importance for the study of modern German history.

 

Hans Schultz Hansen (Landesarchiv Apenrade), in: Historisk Tidsskrift 101 (2001), S. 616 f.
Wie man sieht, bieten die Regesten-Bände zentrale Informationen und Aussagen in solcher Menge dar, daß diese Quellen-Edition als ein wichtiges Werk bezeichnet werden muß, auch für dänische Historiker. Hervorgehoben werden muß darüber hinaus die vierzigseitige, umfangreiche Einleitung [Bd. 5] über die politische Geschichte der Epoche, die in den Protokollen widergespiegelt wird. So sind die edierten Protokolle des Preußischen Staatsministeriums eine hervorragende Synthese aus Quellen-Veröffentlichung, Archivalienhinweisen und Forschung. Es ist daher sehr zu wünschen, daß die dänischen Forschungsbibliotheken dieses Werk anschaffen werden (...).

 

Helmut Bleiber (Berlin), in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (2001), S. 1118–1120
Von den insgesamt zwölf Bänden sind inzwischen fünf erschienen, eine zweifellos bemerkenswerte und hervorhebenswerte Tatsache angesichts ungleich längerer Zeiträume, die manche vergleichbare Editionen für ihre Realisierung beanspruchen. (...) Der wichtigste Beitrag, den der vorliegende Band [3] zur Präzisierung – oder genauer: zur Korrektur – bisheriger Vorstellungen leistet, besteht in dem Nachweis, daß die Verfassungsfrage die preußische Regierung stärker und anhaltender beschäftigte, als bisher angenommen. (...) Den bequemen Zugang bietet die vorliegende vorzügliche Aufbereitung, die allen an ein Regestenwerk zu stellenden Ansprüchen gerecht wird.

 

Stefan Malfèr (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien), in: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs (2002)
Ohne Zweifel entsteht hier eine großangelegte, weitgespannte und tief eindringende Edition, die der Erforschung der preußischen und deutschen Geschichte einen kräftigen Impuls geben wird. Man kann der BBAW für den Mut zu diesem Langzeitvorhaben und dem Bearbeiterteam für die sorgfältige, akribische Arbeit nur gratulieren.

 

Werner Schubert (Universität Kiel), in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung, Bd. 119 (2002), S. 817–821
Die drei weiteren Regestenbände [1, 3, 5] verdeutlichen noch umfassender als die Bände 7 und 10, daß mit der Edition ein Quellenwerk zur preußischen und deutschen Rechtsgeschichte vorliegt, das für den Rechtshistoriker (...) unentbehrlich sein dürfte. Bedauerlich (...) ist allerdings, daß der Einleitungs- und Regestenteil ca. 40 % des Gesamtumfangs ausmacht, so daß Platz für eine mitunter wünschenswerte ausführlichere Inhaltsangabe und für weiterführende Hinweise in den Fußnoten (insbes. auch für die gesetzgebungsgeschichtlich relevanten Materien) verlorengeht. Ungeachtet dieser von den Bearbeitern nicht zu verantwortenden Restriktionen sind auch die drei neuen Begleitbände im vorgegebenen Rahmen wie bereits die Bände 7 und 10 bis in zahlreiche Details sorgfältig und zuverlässig erarbeitet.

 

James Brophy (University of Delaware), in: Central European History (2002/H. 3), S. 426–428
An indispensable Quellenwerk for modern German historians and one that research libraries around the world will want to possess. (...) The collection boasts an exemplary scholarly apparatus (....), an editorial feature that will save weeks of work for future researchers (...). Bärbel Holtz, the editor [Bd. 3] has done an outstanding job. (...) The fact that Holtz has found over one hundred new protocols on this subject suggests that new assessments are warranted. (...) Overall Holtz’s introduction strives to revise the conventional portrait of the ministry as unstable and weak. (...) In conclusion, this volume confirms that historians of all stripes will find the protocols of interest. (...) With the aid of Holtz’s outstanding editing, historians will be able to assess with greater interpretative precision the gulf that divided state and society in Prussia in the decade before revolution.

 

Felix Escher (Berlin), in: Internetliste H-Soz-u-Kult vom 2.4.2003
Auch dieser Band [5] ist für jeden zukünftigen Bearbeiter der preußisch-deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts ein unverzichtbares Hilfsmittel.

 

Ilona Buchsteiner (Universität Rostock), in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 90,1 (2003), S. 78 f.
Die Beratungsgegenstände des Preußischen Staatsministeriums zwischen 1817 und 1829 [Bd. 1] bieten eine ausgezeichnete Grundlage, um die bisher in der Historiographie Preußens völlig vernachlässigten 1820er Jahre detailliert aufarbeiten und so unsere Kenntnisse über die Restaurationszeit erweitern und auch differenzieren zu können. (...) Wie bereits die drei zuerst erschienenen Bände lassen auch die Bände 1 und 5 erkennen, welchen großen Fundus eine Auswertung der Protokolle des preußischen Staatsministeriums für die historische, aber auch für andere Forschungsbereiche bietet, und sie weisen damit Wert und Nutzen der Edition überzeugend aus.

 

Ilja Mieck (FU Berlin), in: Francia 29,3 (2002), S. 135–142
Alle bisher erschienenen Bände folgen dem gleichen Aufbau (...). Daß trotz der weitgehend übereinstimmenden Disposition und der gleichartigen Präsentation jeder Band sein eigenes, vor allem durch den Bearbeiter geprägtes Profil hat und als Teil der Gesamtedition ein besonderes Verdienst aufweist, spricht für die wissenschaftliche Qualität des Gesamtprojektes. (...) Zusammenfassend kann man feststellen, daß das Editionsprojekt (...) ein wissenschaftlich sehr verdienstvolles Vorhaben ist, das für die künftige Preußen-Forschung ein unentbehrliches Hilfsmittel bereitstellt.

 

Paul Marcus (GStAPK Berlin), in: Der Archivar 56 (2003), S. 172 f.
Allein aufgrund dieser systematischen Erschließung der Regierungsprotokolle dürfte die Geschichte der Neuen Ära als "Konflikt vor dem Konflikt" in manchen Aspekten neu zu schreiben und zu konturieren sein. Das Fundament für empirisch-valide Analysen zu Form, Möglichkeiten und Grenzen des monarchischen Konstitutionalismus Preußens zu Beginn der Reichsgründungsepoche ist jetzt (erst) gelegt.

 

Gunther Hildebrandt (Berlin), in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung (2003/II), S. 190–192
Daß die Neuauflage der Acta Borussica eine erstaunliche Leistung darstellt, wird auch mit diesem Band belegt. Von der auf zwölf Protokollbände berechneten Edition ist nach ca. acht Jahren bereits über die Hälfte der Bände fertig. (...) Zahlreiche Protokolle sind von den Bearbeitern [1, 3] neu entdeckt worden. Die Editionsprinzipien sind gut durchdacht. (...) Fast ebenso wertvoll wie die Edition der Protokolle ist ihre Erschließung durch Register. (...) Obwohl "Arbeiter" in diesem Register nur eine marginale Größe darstellen, zeigt sich anhand der verschiedenen Substitutionsbegriffe (...), daß der Quellenbestand auch für die Geschichte der frühen Arbeiterbewegung aussagekräftig ist. (...) Ein so umfassender Quellenbestand wie die Preußischen Ministerratsprotokolle wird nicht in erster Linie einer einzelnen Forschungsrichtung, geschweige denn -these zugute kommen, sie können auf verschiedene Weise anregen und umfassendere Sichtweisen ermöglichen, das ist vielleicht ihr größter Vorteil.

 

Dirk H. Müller (Berlin), in: Internationale Wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der Arbeiterbewegung (2003/H. 1), S. 75 f.
Nur wer – wie der Rezensent fünf Jahre lang mitleidend und bewundernd – den Kärrnerfleiß der Mitarbeiter dieses Projektes täglich im Staub- und Papier-Bergwerk des Geheimen Staatsarchivs beobachten konnte, kann ihre Leistung ermessen (...): Allein das Verzeichnis der im hiesigen 11. Band zitierten – nicht der gewälzten – Archivalien umfasst 17 Seiten, das Sachregister mehr als 100 und das der Personen 250 Seiten (...) Kurzum: Wir besitzen mit den Regesten ein Passepartout für den Zugang zum Olymp der Preußischen Staatsbürokratie, zum Zentralgetriebe der Gesetzgebungsmaschinerie sowie für personalpolitische und administrative Entscheidungen.

 

Magdalena Niedzielska (Universität Torun), in: Zapiski Historyczne (2003/H. 2/3), S. 197–209
Die Edition der Regesten sowie der Originalprotokolle als Mikrofiches stellen ein wichtiges Unternehmen dar, das nicht nur ein kompetentes Team an Forschern erfordert, sondern vor allem viel Zeit. Die bisher erschienenen Bänden liefern bereits heute (...) vor allem einen breiten Überblick über die grundsätzlichen Probleme der preußischen Innen- und Außenpolitik (...). Manchmal verwundert die Tatsache, daß die Regierenden marginalen, lokalen oder für das Gesamtinteresse eher unwichtigen Problemen soviel Aufmerksamkeit widmeten. Die Information selbst ist jedoch bedeutend, da sie erlaubt, das Ausmaß der Einmischung der Zentrale sowie ihren Drang, alle Aspekte des Staatswesens zu kontrollieren, einzuschätzen. (...) [Die Regesten] sind nicht nur für die deutschen Forscher zum preußischen Staat, sondern auch – aus anderen Gründen – für die polnischen Historiker interessant. Die Bände gestatten nämlich, den Platz des polnischen Problems auf dem Hintergrund der gesamten preußisch-deutschen Politik einzuschätzen.

 

Jürgen Müller (Universität Frankfurt/M.), in: Historische Zeitschrift 277 (2003), S. 455–458
Die Regestenedition ersetzt nicht den Gang ins Archiv, aber sie kann die Benutzung des Archivs erheblich erleichtern (...). Die Bearbeiter haben die ihnen gestellte Aufgabe insgesamt in bewundernswerter Weise gelöst. Insbesondere der Anmerkungsapparat, in dem die Protokolle in Bezug zu den anderen relevanten Akten gesetzt werden, stellt eine fast unglaubliche Leistung dar, für die den Bearbeitern große Anerkennung und Hochachtung gebührt. Die beiden hier besprochenen Bände [3, 5] (...) werden sich als außerordentlich nützliches Hilfsmittel im Sinne eines sehr detaillierten Wegweisers zu den – ungedruckten wie gedruckten – Quellen erweisen.

 

Florian Tennstedt (Universität Kassel), in: Zeitschrift für Sozialreform 49 (2003), S. 804–810
Was sind das für Erschließungsbände – da ist höchstes Lob zu zollen (...). Die Bände bieten eine solche Fülle von Details zur Verfassungs-, Verwaltungs-, Politik- und Personengeschichte P reußens und des Deutschen Bundes, des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reichs, daß sie auf Dauer zu unentbehrlichen Nachschlagewerken werden werden (...). Viel Ungewöhnliches – aber gut Durchdachtes und Erforschtes! (...) – bequemer kann man es nicht haben. Im Grunde fehlt nichts für eine weitere Forschung. (...) Eine Forschungsarbeit für sich sind die Personenregister (...), im Schnitt etwa 1 500 Personen pro Band, die wollen erst „erarbeitet" sein, nicht nur „kompiliert". Sucht „man" jemand aus dem bürokratischen, gesellschaftlichen und politischen Leben Preußens (...), ist ein Blick in die Personenregister dieser Bände ein unbedingtes Muß. (...) Die Ausstattung der großformatigen Bände ist vorzüglich (...) und man kann nur hoffen und wünschen, daß bald auch die angekündigten sachthematischen "echten" Quellenbände erscheinen (...) und vor allem eine Gesamtdarstellung der Geschichte des preußischen Staatsministeriums, sozusagen als Summa dieses ambitiösen Akademieprojekts.

 

Eckhardt Treichel (Universität Frankfurt/M.), in: Historische Zeitschrift 277 (2003), S. 753–755
Der bleibende Wert auch dieses Regestenbandes [1] liegt vor allem in der Kommentierung der Protokolle und deren Erschließung durch umfangreiche Sach-, Personen- und Ortsregister (...). Insbesondere das Personenregister (...) stellt ein vorzügliches biographisches Nachschlagewerk für die preußische Bürokratie dar (...). [Insgesamt] hat die Bearb.in die ihr gestellte Aufgabe in gewohnt hervorragender Weise erfüllt und wiederum einen nützlichen Quellenweiser vorgelegt, von dem zu hoffen ist, daß er die Erforschung der bislang vernachlässigten 1820er Jahre, die keineswegs nur eine Zeit der Restauration und des Stillstands waren, anregen wird.

 

Dieter Langewiesche (Universität Tübingen), in: Forschungen zur Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (2003, H. 2), S. 281–283
Sich in die Tradition der Acta Borussica zu stellen, setzt ein hohes Ziel. Es wird mit dieser zügig voranschreitenden Reihe in zweifacher Weise angestrebt: Zwölf Regestenbände werden die annähernd 5.500 Sitzungen des Preußischen Staatsministeriums detailliert erschließen, während separat (...) Mikrofiches den vollen Text der Protokolle ohne editorische Aufbereitung wiedergeben. (...) Die Stichproben ließen nichts zu wünschen übrig (...). Das ist vorzüglich; mehr kann man nicht erwarten. (...) Die ausführlichen Einleitungen der Bearbeiter bieten durchweg einen vorzüglichen Einblick in die Themenschwerpunkte, die in dem jeweiligen Band im Mittelpunkt stehen. (...) Für die Erforschung der preußischen Staatspolitik im 19 und frühen 20. Jahrhundert bietet die Neue Folge der Acta Borussica einen außerordentlich perspektivenreichen Zugang. (...) Ihre Bearbeiter haben ein umfangreiches Archivmaterial gesichtet und in den Kommentaren für die wissenschaftliche Nutzung erschlossen. Nun liegt es an den Forschern, dieses Angebot anzunehmen.

 

Dirk Stegmann (Universität Lüneburg), in: Zeitschrift für Parlamentsfragen (2004, H. 2), S. 377 f.
Mit dieser Edition liegt fraglos ein opus magnum vor, eine editorische Großtat. (...) Stichproben sprechen dafür, daß hier durchgehend mit großer editorischer Akribie und hohem Sachverstand vorgegangen worden ist. Das ist auch der Tatsache geschuldet, daß die Bearbeiter allesamt auf den hier angesprochenen Feldern preußischer Politik wissenschaftlich gearbeitet haben. (...) Die problemorientierten Einleitungen aller hier anzuzeigender Bände informieren präzise und kenntnisreich über die politischen Sachaspekte und verweisen auf den jeweiligen Stand der Forschungsdebatte (...). Hier wird ein Quellenfundus bereitgestellt, der es uns erst erlaubt, die Verfassungsgeschichte in Preußen und im Kaiserreich auf eine gesicherte Grundlage zu stellen.

 

Werner Schubert (Universität Kiel), in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung, Bd. 121 (2004), S. 878–881
Die drei neuen Bände [8, 9, 11] der Edition verdeutlichen erneut die Bedeutung der Edition für den Privat- und Strafrechtshistoriker, von der großen Wichtigkeit für das Verfassungsrecht und das öffentliche Recht sowie für die Justizpersonalpolitik einmal abgesehen. Insgesamt ist das Ungleichgewicht zwischen dem Regesten- und dem Registerteil bestehen geblieben, was wohl auf den den Herausgebern vorgegebenen Herstellungsprozess zurückzuführen sein dürfte.

 

Uwe Müller (Europa-Universität Frankfurt/O.), in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 50 (2004), S. 344–346
Mit der Herausgabe der Protokolle des Preußischen Staatsministeriums setzt die Überführung der traditionsreichen, sich aber naturgemäß auf die frühe Neuzeit konzentrierenden Acta Borussica ins 19. und frühe 20. Jahrhundert am richtigen Punkt an. (...) Für eine moderne Verfassungsgeschichte Preußens, die nach der Rekonstruktion politischer Entscheidungsprozesse strebt, werden diese Protokolle die zentrale Quelle darstellen. (...) Den an diesen, aber auch an praktisch allen anderen innenpolitischen Themen interessierten Historikern wird mit den Regesten und der Mikrofichedition ein vortreffliches Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, auf das niemand verzichten sollte. (...) Speziell die Bände über die Zeit zwischen 1890 und 1909 [8, 9] machen zudem deutlich, daß es (...) auch auf der makropolitischen Ebene noch einiges zu entdecken gibt.

 

 

Eckhardt Treichel (Universität Frankfurt/M.), in: Historische Zeitschrift 281 (2005), S. 200–202
Der von Christina Rathgeber bearbeitete zweite Band (...) vermag überraschenderweise Anregungen für eine Neubewertung der Kronprinzenzeit des „Romantikers" auf dem preußischen Thron zu geben (...) Wiederum hervorragend erschlossen wird auch dieser Band der Serie durch umfangreiche und sehr detaillierte Sach-, Personen- und Ortsregister, (...) [die] zudem reiches biographisches Datenmaterial über die preußische Bürokratie zur Verfügung stellen.

 

Werner Schubert (Universität Kiel), in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte, Germanistische Abteilung, Bd. 122 (2005), S. 773–776
Insgesamt enthält der von Holtz bearbeitete Band [4] hinreichend aussagekräftige Regesten und Verweise auf die einschlägigen Archivalien und die dazugehörige Literatur, so das die Grundlagen der bedeutsamen Gesetzgebungsgeschichte der Reaktionszeit zwischen 1850 und 1858 auch dem Rechtshistoriker leichter zugänglich sind als bisher. (...)
Der Überblick über die bedeutsamsten Gesetze des Reichs und Preußens in der Zeit zwischen 1867 und 1878 zeigt die Bedeutung des Bandes [6] für die Geschichte des Privat-, Prozess-, Straf- und des öffentlichen Rechts. Die wichtigsten Bereiche dieser Gesetzgebung hat Paetau in der Einleitung angesprochen. Besondere Sorgfalt legte er auf die Biogramme im Personenregister, in dem zahlreiche Ministerialbeamte erstmals biographisch erschlossen werden.

 

David Ellis (Augustana College, USA) Universität Kiel), in: H-Net Reviews, July 2005
Indeed, the protocols [6] of the Prussian State Ministry offer researchers an invaluable aid in the ongoing re-evaluation of Prussian history in general and of the New Era in particular. (...) It not only fills an important gap in scholarly resources on an important institution of the Prussian state, but also (…) eases access to a plethora of other institutions and issues. (...) The well-written introduction makes readily comprehensible both the complex structure of a central state institution and the complicated and overlapping issues of an era of rapid change. The editors’ various cross-referencing techniques (…) will likely spare researchers weeks or months of drudge-work.

 

Stefan Malfèr, Waltraud Heindl, Anatol Schmied-Kowarzik, Walter Lukan (Österreichische Akademie der Wissenschaften Wien), in: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 51 (2004), S. 651–668
Ohne Zweifel entsteht hier eine groß angelegte, weitgespannte und tief eindringende Edition, die der Erforschung der preußischen und deutschen Geschichte einen kräftigen Impuls geben wird. Man kann der BBAW für den Mut zu diesem Langzeitvorhaben und dem Bearbeiterteam für die sorgfältige, akribische Arbeit nur gratulieren. (...) Eine detaillierte, kenntnisreiche und sehr gute Einführung lässt die Vielfältigkeit und Buntheit der Protokolle erahnen, an denen kein Historiker, keine Historikerin, die sich mit der Zeit beschäftigen, vorbeigehen können wird. (...) Es erweist sich jedenfalls, dass die Edition vergleichbarer Quellen (...) auch den vergleichenden Blick ermöglicht und schärft, neue Fragen aufwirft und Wege zu neuen Antworten eröffnet. Kann man der Wichtigkeit und Nützlichkeit einer Edition ein besseres Zeugnis ausstellen?

 

Rezensenten-Meinungen (Kernsätze) zum Tagungsband
"Preußens Weg in die Politische Moderne"

 

Ewald Frie (Universität Essen), in: Internetliste H-Soz-u-Kult vom 1.3.2002
Die von den Herausgebern einleitend vorgestellte Leitfrage nach Preußens Weg in die politische Moderne, nach Reformbereitschaft und Reformblockade, ist nicht übermäßig originell. Aufs Ganze gesehen sind bündige Antworten auch nur schwer zu formulieren. Zu groß sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Themenfeldern (25), zu groß die regionalen Unterschiede innerhalb Preußens (26), zu sehr auch mischen sich jeweils "Reformchancen, mehrschichtige Wandlungsprozesse und blockierte Reformen" (24). Nicht in der Summe, sondern in den Einzelteilen liegt das Gewicht des Bandes. Die vierzehn Beiträge (...) regen eigenständig zur Diskussion und zu weiteren Forschungen an. Besonders gilt dies für Aufsätze, die das dritte Viertel des 19. Jahrhunderts behandeln, die Jahre zwischen Revolution und vollendeter Reichsgründung. (...) "Für die innere Entwicklung Preußens, besonders zwischen 1806 und 1848, aber auch später, stehen nach der Rückverlagerung der Archivalien nach Berlin erst ansatzweise ausgeschöpfte Quellenbestände zur Verfügung" (26/27), heißt es einleitend. Der von Bärbel Holtz und Hartwin Spenkuch herausgegebene Band versammelt Autorinnen und Autoren, die mitten in den neuen Quellen arbeiten. Was der neue Forschungsanlauf bringen kann, wird deutlich. Bis zur Synthese ist noch ein weiter Weg.

 

Georg Wagner-Kyora (Universität Halle), in: Archiv für Sozialgeschichte online vom 29.8.2002
Genau das macht den (bleibenden) Wert des Sammelbandes über die "politische Moderne" Preußens aus, die Vielfalt zahlreicher wichtiger Erkenntnisse über das Innenleben des Staates. (...) Hervorzuheben ist, daß die Autoren in einigen Beiträgen mit Hilfe des von ihnen recherchierten Quellenmaterials wesentlich über den bisherigen Forschungsstand hinausgehen. Nicht zuletzt die Protokolle des preußischen Staatsministeriums (...) bereichern die Analysekompetenz erheblich. (...) Dabei erweist sich der hier entfaltete Ansatz einer diskursiven politischen Sozialgeschichte als eminent fruchtbar, da er unser Preußenbild tatsächlich nachhaltig verändern kann. (...) Es ist zu wünschen, daß dieses Bild zukünftig nachhaltig aufgefächert wird. In ihrer Einleitung haben die beiden verdienstvollen Herausgeber die zahlreichen elementaren Defizite einer Forschung aufgelistet, die von der vergleichenden Landes- und Regionalgeschichte bis hin zur Diskursanalyse der Eliten reichen.

 

Ernst Opgenoorth (Universität Bonn), in: Historisch-politisches Buch (2002/H. 2), S. 160 f.
Der Inhalt des Bandes (...) ist im Titel gut bezeichnet: politische Strukturgeschichte in einem weiten Verständnis dieses Begriffs. (...) Mit der Frage nach dem Verhältnis von Reformen und deren Blockade hat der Band eine gute Leitlinie. Grenzüberschreitend gegenüber dem traditionellen Verständnis von Verfassungsgeschichte sind wie das gesamte Werk auch die meisten der Beiträge in methodischer Hinsicht. (...) Positive Erwähnung verdient die Einleitung der Herausgeber. Sie faßt nicht nur die Beiträge treffend zusammen (....). Verdeutlicht wird vor allem (...), auf wievielen Gebieten es noch Forschungsdesiderate gibt. Diese betreffen überwiegend die sozial- und mentalitätsgeschichtlichen Rahmenbedingungen der politischen Strukturen, aber gelegentlich auch das administrative Detail. (...) Vor allem Prosopographie ist angesagt. Wenn die Herausgeber Klagen über die finanzielle und institutionelle Misere gegenwärtiger Preußenforschung aufgreifen, dann ist das allzu berechtigt.

 

Margaret L. Anderson (Berkeley), in: Privat-Brief vom 1.9.2002
It is truly a rich palette you offer, and I was delighted to see the work of some friends and acquaintances. (...) I admire your ability to understand, master, and convey so clearly and simply these extremely technical questions (esp. in financial matters); and to relate them to the central issues of Prussian-German history. It puts all of us in your debt.

 

Peter Franke (Münster), in: Westfälische Forschungen (2002), S. 734–737
Wollte man die Erträge aller Einzelbeiträge auf einen gemeinsamen Nenner bringen, könnte man mit den Herausgebern wohl nur resümieren, daß die neuere Verfassungsgeschichte Preußens sich als "eine kontrastreiche Mischung von Reformchancen, mehrschichtigen Wandlungsprozessen und blockierten Reformen erweist (S. 24). Aber das ist natürlich nicht der eigentliche Ertrag des Werkes. Er besteht – abgesehen von den Einzelergebnissen der durchweg gründlichen und informativen Beiträge – vor allem darin, daß mit der Edition der Sitzungsprotokolle des Preußischen Staatsministeriums ein Quellenbestand erschlossen wird, der – wie bereits die vorliegenden Bände zeigen – für zentrale Fragen der politischen Geschichte Preußens das bisherige Bild ergänzt und korrigiert und teilweise auch zu einer neuen Sicht führt (...). Wie der vorliegende Band exemplarisch für die östlichen Flügelprovinzen deutlich macht, sollte die Edition der Sitzungsprotokolle nicht zuletzt dazu anregen, die Ergebnisse für die regionale Ebene zu überprüfen und zu vertiefen.

 

Dieter Hertz-Eichenrode (FU Berlin), in: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 48 (2002), S. 349 f.
[Die] Autoren werden dem Leser unter dem Stichwort "fachwissenschaftliche Kompetenz zur Preußenforschung" (...) angeboten, und in der Tat, diese Kompetenz hat sich z. T. recht selbstbewußt und wirkungsvoll entfaltet. (...) Sie möchten also eingebürgerte Deutungen preußischer Geschichte auflockern und von der Basis historischer Prozesse her neue Sichtweisen auf das Gesamtbild eröffnen: ein sehr begrüßenswerter Ansatzpunkt. (...) Abschließend sei noch einmal bekräftigt, daß der besprochene Band bestätigt, wie vielseitig und fruchtbar heute die Beschäftigung mit der politischen Geschichte Preußens ist. Preußen ist als staatliches Gebilde vergangen, doch seine Geschichte lebt.

 

Gunther Hildebrandt (Berlin), in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung (2003/II), S. 191 f.
110 Jahre Ringen um die (verfassungs- bzw. verwaltungsgeschichtliche) Modernisierung des preußischen Staates ergeben ein differenziertes Bild. Die ausgewogene, nichtsdestoweniger ambitioniert geschriebene Einleitung bringt dieses auf die Kurzformel "Beharrung im Wandel und Wandel trotz (scheinbarer) Beharrung. (...) Die zentrale Frage (...) wird quasi aus einer umfassenderen Perspektive verfolgt. (...) Preußische Innenpolitik über mehr als 100 Jahre wird natürlich nicht nur durch Modernisierungsbestrebungen abgedeckt, wohl aber die durchaus ernst zu nehmenden Versuche zur Reformierung von Staat und Verfassung "von oben" und aus der Mitte der Gesellschaft.

 

Wolfgang Elz (Universität Mainz), in: Historische Zeitschrift 278 (2004), S. 476–478
In der Summe zeigt sich das Panorama von vielen, häufig aber verpaßten Reformchancen, von hemmenden und vorwärtsdrängenden Kräften. Stimulierend für weitere Forschungen ist die Erkenntnis, daß beim Blick auf unterschiedliche Probleme, Epochen und Regionen Reformorientierung und Beharrung keinesfalls stets von den gleichen Gruppen repräsentiert wurden.

 

Gerhard A. Ritter (Berlin), in: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte 67,1 (2004), S. 121–129
Der Band leistet wesentliche Beiträge zur Forschung. Er zeigt die starke Stellung des Staatsministeriums und der preußischen Bürokratie nicht nur im Herrschaftssystem, sondern auch bei der Beeinflussung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse Preußens. Die Ambivalenz der Entwicklung und das ständige Changieren zwischen Reformimpulsen und Reformblockaden je nach den behandelten Teilbereichen und Zeitepochen (...) wird überzeugend herausgearbeitet. (...) Gleichzeitig wird aber deutlich, wie groß der weitere Forschungsbedarf ist. (...) Preußen war einerseits ein Militär- und Verwaltungsstaat mit erheblichen Demokratiedefiziten. Andererseits hatte es aber auf den Gebieten der Massenalphabetisierung, der Modernisierung des Hochschulwesens, der Herausbildung effizienter, außeruniversitärer Forschungsorganisationen, aber auch als Mitinitiator des modernen Sozialstaates auch im europäischen Vergleich große Leistungen aufzuweisen. Insbesondere bedarf auch die Vielfalt der regionalen Entwicklungen – Preußen war eben kein Einheitsstaat – noch der Erforschung.

 

Gunther Hildebrandt (Berlin), in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung (2003/II), S. 191 f.
110 Jahre Ringen um die (verfassungs- bzw. verwaltungsgeschichtliche) Modernisierung des preußischen Staates ergeben ein differenziertes Bild. Die ausgewogene, nichtsdestoweniger ambitioniert geschriebene Einleitung bringt dieses auf die Kurzformel: Beharrung im Wandel und Wandel trotz (scheinbarer) Beharrung. (...) Die zentrale Frage (...) wird quasi aus einer umfassenderen Perspektive verfolgt. (...) Preußische Innenpolitik über mehr als 100 Jahre wird natürlich nicht durch Modernisierungsbestrebungen abgedeckt, wohl aber die durchaus ernst zu nehmenden Versuche zur Reformierung von Staat und Verfassung "von oben" und aus der Mitte der Gesellschaft.

 

Stefan Malfèr (Österreichische Akademie der Wissenschaften Wien), in: Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung 113 (2005), H. 1/2 , S. 220 f.
So eröffnet also der vorliegende, sehr sorgfältig redigierte, mit einer gehaltvollen Einleitung und einem Personenverzeichnis versehene Band (...) die interessante Möglichkeit, die Themen Verfassung, Verwaltung, politische Kultur in Preußen und Österreich zu vergleichen (...), der Vergleich der innenpolitischen Entwicklung rückt in den Blickpunkt. Das ist, im gewandelten Umfeld der europäischen Union, doch eine sehr zeitgemäße Fragestellung.